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Waldemar Wiora
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Finanzkrise

FINANZKRISE

Die weltweite Krise im Finanzsektor, ist eine Banken- und Finanzkrise die ihren Anfang im Jahre 2007 genommen hat. 2007 entwickelte sich in den Vereinigten Staaten von Amerika eine Immobilienkrise, die auch unter dem Begriff Subprime-Krise bekannt wurde.

Der Immobilienmarkt in den USA ist durch spekulative Geschäfte künstlich erweitert, sprich regelrecht aufgebläht worden. Dadurch entstand die sogenannte Immobilienblase. Zinsen für Finanzkredite im Interbankengeschäft stiegen rapide an. Hausbesitzer können in so einem Fall Kredite durch die Zinsbelastung kaum noch bedienen, und werden dadurch oftmals zwangsweise zum Verkauf ihrer Immobilien genötigt. Interbankengeschäfte haben einen internationalen Hintergrund, das heißt, Banken stellen auch Instituten in anderen Ländern Geld für die Kreditvergabe zur Verfügung. Demzufolge erreicht die Finanzkrise eine globale Auswirkung. So sind konkret auch Banken in Spanien, und später in Griechenland, in Schwierigkeiten gebracht worden. Die beteiligten Bankinstitute haben nicht nur privaten Hausbesitzern sondern ebenfalls Finanzunternehmen Geld geliehen.

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In Folge dessen erreicht die Finanzkrise letztendlich Auswirkungen in die gesamte Weltwirtschaft hinein. Gewinnverluste stellen sich ein; Insolvenzen bei Unternehmen, die im Bereich der Finanzdienstleistung agieren, sind die weitere negative Konsequenz. Im Jahr 2008 erreicht die Finanzkrise ihren Höhepunkt, der sich im Zusammenbruch der amerikanischen Großbank Lehman-Brothers äußert. Dadurch verunsichert, werden große Finanzinstitute mehrerer Länder durch staatliche Gelder unterstützt. Es werden quasi große Mengen an Fremdkapitalleistungen investiert, um Finanz-Unternehmen und Banken wie beispielsweise die UBS, die Commerzbank, Fannie Mae und Freddie Mac, zu retten. Die Banken sollen die Kreditvergabe jedoch aufrechterhalten. Deswegen werden Diskontzinssätze gesenkt, um die Institute mit entsprechend günstigen Geldmitteln versorgen zu können.

Durch die ausgelöste Krise wird ein Teil der Banken verstaatlicht und im Nachhinein geschlossen. Durch diese Auswirkungen wird auch die Immobilienbranche in die Krise hineingezogen. 
 

Ursachen und Wirkungen der Finanzkrise

Die Ursachenforschung für die Finanzkrise gestaltet sich kontrovers. Im wissenschaftlichen Kontext werden dabei oftmals verschiedene Ursachen für die Entwicklung der Krise benannt. In den USA, wo die Krise ihren Anfang nahm, wird dafür vom amerikanischen Kongress eine Kommission eingerichtet, die Financial-Crisis-Inquiry-Commission. Diese untersucht Unterlagen von Banken und Finanzdienstleistern, und hat einen Bericht darüber verfasst. Gemäß Expertenkommission hat die Niedrigzinspolitik sowie die Spekulation im Immobilienbereich einen entscheidenden Anteil an der Ausbreitung der globalen Finanzkrise.

Als zusätzlicher immanenter Faktor ist danach die zu lax gehandhabte Regulierung des Bankensektors anzusehen (Vgl.: The Financial Crisis Inquiry Report, 01/2011). Dadurch kommt es zu einer internationalen Ausbreitung der Krise. Zusätzliche Kriterien kommen aus makroökonomischer Sicht hinzu. Makroökonomen stellen Modelle zur Verfügung, die zum Beispiel eine ansteigende ungleiche Einkommensverteilung, insbesondere in den USA, als strukturelles Problem ansehen, welches für die Finanzkrise mit verantwortlich zeichnet (Vgl.: Stiglitz, Joseph: Der Preis der Ungleichheit. Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht, Siedler, 2012, S. 61 ff., 252 ff.). Die Gehälter und Löhne der mittleren und unteren Einkommensgruppen stagnieren. Dies veranlasst die Bevölkerungsgruppen, ihre aktuellen Ausgaben mit Hilfe von Bankkrediten zu finanzieren. Ergo kommt es zu einer stetig zunehmenden Verschuldung. Durch die staatliche Derugulierung der Finanzmärkte, inklusive der Förderung von Krediten im Wohnungsbau, wird die Verschuldung dieser Einkommensgruppen zusätzlich gepusht. Die Finanzkrise ist gemäß dieser Ansicht das Ergebnis einer makroökonomischen Instabilität, und besteht schon seit geraumer Zeit. Die wachsende Ungleichverteilung der Einkommensstrukturen tut nun ihr übriges, und dient qua definitione als verstärkender Effekt. Hinzu kommen Ungleichgewichte in der außenwirtschaftlichen Handlungsweise (Vgl. van Treeck, Till; Sturn, Simon: Income inequality as a cause of the Great Recession? A survey of current debates. ILO Conditions of Work and Employment, 2012, No.39). Diese Ungleichgewichte breiten sich im Verbund mit der Niedrigzinspolitik sowie Spekulationsgeschäften im Immobiliensektor, zur weltweiten Finanzkrise aus. 

Die Finanzkrise - internationales Fiasko mit vielen Facetten

Die ansteigende Verschuldung von privaten Haushalten in den Vereinigten Staaten ist mit Hilfe von Krediten aus dem Ausland finanziert worden. Auch außerhalb der USA steigt die ungleiche Einkommensverteilung stark an. Dies geschieht beispielsweise in Deutschland oder sogar in China. Das Kreditsystem ist dort jedoch entweder weniger entwickelt (in China), oder stärker reguliert (in Deutschland). Daher können die Angehörigen der unteren Einkommensgruppen notwendige Ausgaben nicht im gleichen Umfang über Kredite refinanzieren, wie die betroffenen Haushalte in den Vereinigten Staaten. Im Umkehrschluss ist zu konstatieren, dass Ersparnisse der oberen Einkommensgruppen dieser Länder, auf dem internationalen Kapitalmarkt angelegt werden. Dadurch werden die steigenden Verschuldungsraten der privaten Haushalte in den USA finanziert.

Durch das Zusammenwirken dieser einzelnen Faktoren, und die Verbreitung durch internationale Finanzströme, nimmt die Finanzkrise schließlich eine globale Dimension an. Durch das jetzt entstandene niedrige Zinsniveau, können sich auch untere Einkommensschichten eine Immobilie kaufen. Bedingt durch einen niedrigen Leitzins der US-amerikanischen-Notenbank, haben Banken Kredite an Käufer mit geringer Bonität vergeben (Vgl. Sinn, Hans-Werner: Kasinokapitalismus, 2012, S. 225 ff.). Bei einer Zahlungsunfähigkeit kann das Haus zwar zum höheren Marktwert verkauft werden, die Schuldner müssen jedoch ihre bestehenden Kredite ablösen, und geraten dadurch in eine Verschuldungsspirale.